Lifestyle

Sich selbst lieben lernen

16. März 2016

Hallo ihr Lieben, heute melde ich mich mal mit einem ganz anderen Blogpost bei euch. Und zwar möchte ich heute darüber schreiben, wie ich mich und meinen Körper selbst lieben & akzeptieren gelernt habe und welche Hürden ich dabei nehmen musste. Ich hatte schon lange vor, das einmal in einem Beitrag zu formulieren, auch wenn mein Blog keine große Reichweite hat und sich vielleicht nur wenige dafür interessieren tut es mir glaube ich dennoch sehr gut, darüber zu schreiben. Vielleicht ist das Thema auch schon etwas ausgelutscht, aber jede Geschichte bleibt doch für sich einzigartig! Eigentlich war das immer ein Thema, über das ich nicht gerne gesprochen habe und wenn Leute mich darauf angesprochen haben, habe ich sofort abgeblockt. Heute frage ich mich, warum es überhaupt so weit kommen musste.

Meine Geschichte beginnt im Jahr 2012 – mit 18 Jahren. Ich war schon immer etwas pummelig und habe gerne und auch viel gegessen (hier ein kleines Dankeschön an meine liebe Mama, die mir immer leckere Pizza & Currywurst mit Pommes zu Mittag gekocht hat). Sport war für mich zu der Zeit eher Mord. Ich habe zwar in einem Basketballverein gespielt, war jedoch nicht wirklich motiviert und zwang mich jede Woche zum Training und zu den Spielen. Mit 1,78 cm war ich schon immer größer als die anderen Mädchen gewesen, folglich konnte ich ja auch mehr essen – so meine Theorie. Mit 18 Jahren erreichte ich jedoch dann das Alter, in dem man nicht mehr in die Höhe, sondern in die Breite wächst. Ich fühlte mich unwohl in meiner Haut, ich fühlte mich nicht schön und auch nicht attraktiv. Dieses unwohle Gefühl wirkte sich nicht nur negativ auf meine, sondern auch auf die Laune meiner Familie, meiner Freunde und meines gesamten Umfeldes aus. Ich glaube das war auch der Zeitpunkt, wo ich begann, immer etwas gebückt zu gehen und mich quasi zu „verstecken“.

Ich kann gar nicht genau sagen, was der ausschlaggebende Punkt war, wodurch sich meine komplette Sichtweise über das Essen und mich selbst geändert hat. Ich begann, mir Gedanken darüber zu machen, was ich alles täglich esse und trinke, wann ich das tue und wie oft. Schnell hatte ich raus, wie viel Kalorien ein Apfel oder 2 Scheiben Brot haben. Sicherheitshalber schrieb ich mir aber auch noch alles in meiner Fitness-App auf. Sicher ist eben sicher. Aus reinem Interesse an Lebensmitteln und Sport wurde regelrecht eine Besessenheit. Nach 5 Uhr Abends gab es bei mir nichts mehr zu Essen und um 6 ging es jeden Tag für 2 Stunden zum Sport. Um 8 Uhr morgens durfte ich dann wieder frühstücken, aber wehe ich kam über die 500kcal. Wenn Mama kochte, dann machte ich mir selbst was zu essen, denn sie benutzte schließlich Fett zum Braten. Das ging so weit, dass ich weder auswärts noch zu Hause warme Mahlzeiten mit meiner Familie zusammen aß. Stattdessen machte ich mir lieber einen leckeren Salat (ohne Dressing) mit Hähnchen und Gemüse. Ich dachte nur noch ans Essen, 24 Stunden täglich. Ich schlief abends mit einem Loch im Magen ein, nur um morgens etwas mehr essen zu können. Plötzlich wog ich anstatt 75kg nur noch 50kg. Ich selbst merkte diese körperliche Veränderung gar nicht so stark, klar hatte ich abgenommen, aber für mich war das kein kritischer Zustand. Im Gegenteil, ich fühlte mich immer noch nicht am Ziel. Das sah meine Familie etwas anders. Wenn ich heute Bilder von damals sehe, dann erschrecke ich mich jedes Mal selbst. Ich frage mich, wie ich so etwas nur schön finden konnte? Wie konnte ich mich so runterhungern, ohne es zu merken.

Ich weiß noch genau, wie mein Ex-Freund eines Tages zu mir kam und mir sagte, dass er sich Sorgen um mich mache. Er hätte Angst, ich würde krank. Esskrank. Ich glaube, das war der Punkt, wo es in meinem Kopf wieder „Klick“ machte. Wie konnte ich nur von einem Extrem in das andere fallen? Ich hatte völlig vergessen, das Essen zu genießen und sich auch mal etwas zu gönnen. Süßigkeiten gab es bei mir monatelang nicht mehr, geschweigedenn Pizza & Co. Ich hatte aufgehört, das Leben in seinen vollen Zügen zu genießen.

Heute kann ich mit Stolz sagen, dass ich dieser schrecklichen Krankheit um ein Haar nochmal entkommen bin. Ich will nicht wissen, wie es ausgegangen wäre, hätte ich in diesem Moment nicht einen Schlussstrich gezogen. Es hat lange gedauert, bis ich wieder ohne schlechtes Gewissen normal essen konnte. Ohne die Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden hätte ich das gewiss nicht geschafft! Heute mache ich Sport, weil es mir Spaß macht! Weil ich ihn zum Ausgleich meines Berufslebens brauche und weil ich dann einfach abschalten kann. Ich mache Sport, weil ich gesund bleiben will und ich esse, weil ich leben will. Ich verbiete mir überhaupt nichts mehr – wenn ich Lust auf ein Eis habe dann esse ich eins, und wenn ich vorher noch eine Pizza mag dann schiebe ich mir eine in den Backofen. Heute bin ich mit mir im Reinen. Ich liebe mich so wie ich bin, ob mit 5kg mehr oder weniger auf den Rippen. Ich fühle mich gut und ich gehe Aufrecht, denn es gibt keinen Grund sich zu verstecken! Ich wünsche euch allen da draußen, dass ihr das auch behaupten könnt. Das Leben ist viel zu kurz um sich zu verstellen und anderen Idealen nachzueifern.

Akzeptiert euch so wie ihr seid und liebt euch mit all euren Stärken & Schwächen!

Eure Leonie

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2 Comments

  • Reply Yvonne 26. April 2016 at 12:47

    Wunderschön geschrieben & einfach nur wahr .. <3. Sei froh, dass du es noch rechtzeitig geschafft hast!

    • Reply leonie 29. April 2016 at 9:39

      Danke für die lieben Worte, Yvonne! Ich bin auch mehr als froh, dass ich noch die Kurve bekommen habe.. <3

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